Montag, 7. September 2015

[Neues von Frau Zweibein] - Begegnung mit anderen Hunden

Oder: Leine oder keine Leine, das ist hier die Frage!

Kennt ihr das auch? Nichts Böses ahnend geht man seine Lieblingsstrecke spazieren und plötzlich kommt um die Ecke ein freilaufender Hund geschossen. In diesem Moment steht für einen kurzen Augenblick die Zeit stehen. Als Zweibein mit unverträglichem Hund hat man jetzt mehere Möglichkeiten: 


  
  1. Wenn der Hund noch weit genug weg ist sucht man schnell das Weite in der Hoffnung der freilaufende Hund rennt einem nicht hinterher.
  2. Man sucht Deckung hinter parkenden Autos oder anderen (großen) Gegenständen.
  3. Man ruft dem (hoffentlich in der Nähe stehenden) Zweibein zu, er möge bitte seinen Hund zurückrufen und anleinen und betet das der Hund hört.
Für diejenigen unter euch, die Hunde zuhause haben, die sich mit Artgenossen verstehen, klingt das vielleicht ein wenig befremdlich, aber für Wera und mich ist das Alltag. Wera ist, was Artgenossen betrifft, leider ein wenig schwierig. Man kann sie gut und gerne als "Leinenpöblerin" bezeichnen. Sobald sich ein Hund auch nur nähert, wird sich in die Leine geschmissen, gefaucht und gebellt was das Zeug hält. Das ist nicht immer so - an manchen Hunden geht sie vorbei ohne mit der Wimper zu zucken. Das kommt aber leider viel zu selten vor. 

Natürlich hat das Fräulein auch ihre vierbeinigen Kumpels, aber das sind alles Hunde, die sie kennt, bei denen sie weiß: die gehören dazu. Die werden freudestrahlend und schwanzwedelnd begrüßt und sofort zum Spielen aufgefordert. 

Ich kann die anderen Zweibeiner nicht verstehen, die ihre Hunde ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Nachzudenken frei laufen lassen und ihre Hunde zu jedem anderen Hund rennen lassen, egal ob der angeleint ist oder nicht. Es sind nun mal leider nicht alle Hunde verträglich. Das ist zwar schade, aber wir Zweibeiner mögen ja auch nicht alle anderen Zweibeiner die uns begegnen.

Ruft man ihnen dann aber zu, sie mögen ihre Hunde bitte anleinen, bekommen wir nicht häufig pampige Antworten und böse Blicke. "Wieso soll ich meinen Hund anleinen? Meiner tut nichts!" "Wovor haben Sie den Angst?" "Lassen Sie Ihren Hund doch einfach frei, die Tiere regeln das schon alleine!" "Warum machen Sie denn so ein Theater?" Solche und andere Bemerkungen bekommen wir leider viel zu oft zu hören! Und jedes Mal frage ich mich, ob diese Zweibeiner überhaupt nachdenken. Ist es zu viel verlangt, den Hund an die Leine zu nehmen, wenn man sieht, dass der Hund, der einem entgegenkommt angeleihnt ist oder sich extra an die Seite stellt, damit der andere vorbeigehen kann? Bitte versteht mich nicht falsch: ich habe nichts dagegen, dass die Hunde freilaufen - wenn sie wieder zu ihrem Zweibein zurückkommen, wenn dieser sie ruft. Aber ich verstehe es nicht, wie diese Zweibeiner ihre Hunde frei laufen lassen können, wenn sie wissen, dass ihr Hund nicht auf sie hört.

Natürlich sind nicht alle Zweibeiner mit Hund, die uns begegnen, wie oben beschrieben. Viele sind umsichtig und leinen ihre Hunde sofort an, wenn sie sehen, dass ihnen ein angeleinter Hund entgegenkommt. Bei diesen Zweibeinern möchte ich mich heute bedanken! Danke, dass ihr mitdenkt. Danke, dass es für euch eine Selbstverständlichkeit ist, dass ihr euren Hund anleint. Danke, dass ihr keine doofen Bemerkungen macht, sondern es so hinnehmt, dass es auch Hunde gibt, die keinen Kontakt zu eurem Wauzi möchten. Von euch müsste es viel mehr geben!
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen